Reise 6

 2013 -2014

 Mit dem Wohnmobil durch Süd- und Nordamerika 

                    

 Reisebeginn 26.November 2013

 

Impressionen  

Wohnmobil . Reiseroute


 

 

 

 

1.   Bericht  13. Dezember 2013

 

Auf meiner letzten großen organisierten Reise, die vonDeutschland bis nach Singapur führte, kam ich in den 11 Monaten die die Reise dauerte, nicht dazu einen einzigen Reisebericht zu schreiben, diesmal gelobe ich Besserung.  Aber wer möchte, kann die 48.000 km  lange Reise unter demLink 


http://www.abenteuerosten.de/atw-2012/atw-001/


verfolgen. Insgesamt hat Kostia unser Reiseleiter, zu dieser Reise fast über 40 Berichte geschrieben. Wer Zeit und Lust hat, kann ja mal reinschauen.  Für mich machte es keinen Sinn, nach Singapur bei der Gruppe zu bleiben, da ich alle Inseln bereits 2004 mit meinem Segelboot„La Rossa“ bereist hatte. Insgesamt eine wunderschöne Reise mit überwiegendguten Erfahrungen die ich nicht missen möchte, dazu zählen die Highlights wie Indien,Bhutan, Iran und Burma, das heutige Myanmar.

 

Nun aber zu meiner neuen Reise, die mich die nächsten 12-18 Monate durch Süd- und Nordamerika führen soll. Die Planungen laufen schon seit  meiner Ankunft in Berlin Ende Juli 2013, ichmöchte einfach mehr Zeit für mich haben und nicht wie auf der letzten Reise nachTerminplan von einem Ort zum anderen hasten.

Am Dienstag, den 26.November ging mein Flieger von Frankfurt über Rom nach Buenos Aires. InRom 8 Stunden Aufenthalt in der ungeheizten Transithalle, alle Angestelltenhatten bei nur 5 °C einen dicken Schal an, ein Glück dass ich noch einen dicken Mantel dabei hatte, ab auf eine Liege für ein paar Stunden eingemummelt dieAugen zu gemacht, schon war die Welt wieder in Ordnung. Um 22:00 Uhr wurde eingecheckt, mit einer Stunde Verspätung ging es dann endlich los. Der Service auf dem Flug mit der Argentinischen Airline war nicht so berauschend, über 10 Stunden wurde nicht wie bei der Lufthansa ab und an mal Wasser angeboten, das mußte man sich schon selber besorgen, da ich aber am Fenster saß und den Nachbarn nicht ständig stören wollte habe ich darauf verzichtet.  Am Mittwochmorgen  den 27. 11 um 9:00 Uhr  ist die Maschine auf dem internationalen Flughafen Ezeiza mit einer StundeVerspätung gelandet. Ein Auto bei Europcar hatte ich mir vorher schon reservieren lassen, also ging´s gleich ins  CatalinasSuites Apart Hotel in die Tucuman 313 mitten in Buenos Aires. Gut, dass ich mein Navi mit allen argentinischen Städten dabei hatte, das Hotel fand ich so problemlos, nur ein Parkplatz zu erhalten ist hier immer schwierig oder teuer. DasHotel lag strategisch sehr gut in Downtown, zwei Häuserblock weiter in der 25 de Mayo befand sich das Büro von Grimaldi, den Versicherungsmakler die Fa. Speiser Sàenz Pena 651 in BA bei dem ich dieHaftpflichtversicherung bei der Allianz abgeschlossen hatte. Die Kosten warenfür einen Zeitraum von 7 Monaten mit 3.220 ARS (ca. 375 €) überschaubar. Für Peru, Kolumbien und Brasilien muß man eine neue Versicherung abschließen. .Roby spricht fließend Deutsch, ich kann ihn nur weiterempfehlen für andere, diedas Gleiche vorhaben (roby@speiserseguros.com.ar).

Das Hotel Catalinas Suites hatte ich über das Portal  TripAdvisor.de‎ herausgesucht, nicht mehr die neueste und modernste Unterkunft, aber dafür recht preiswert mit ca. 400 Pesos (46 €)/Nacht inkl. Frühstück. In den 12 Tagen konnte ich mich jedoch nicht an den komischen Pressschinken, den es jedenMorgen zum Frühstück gab gewöhnen, entschädigt wurde man aber mit viel Obst und freundlichen Leuten.

Von Tatjan und Nicole hatte ich die Telefonnummer von  Peter  (Sohn von einem befreundeten ArgentinischenEhepaar, das im Moment noch in Stuttgart zu Besuch ist) erhalten. Peter war mir sehr behilflich bei der suche nach einer seriösen Quelle für das Geldwechseln.Hierzu muß man wissen, dass es in Argentinien einen Schwarzmarkt gibt, deroffizielle Wechselkurs (29.Nov. 2013) an der Bank ist 1 US$ = 6,2 Pesos, auf dem Schwarzmarkt erhält man aber für 1 US$ = 10 Pesos,man muß nur aufpassen, dass man kein Falschgeld angedreht bekommt, das auf denöffentlichen Strassen oft der Fall ist. Spaziert man auf der Flaniermeile der Florida Av, wird man alle paar Meter immer wieder den Ausruf hören „Cambio, Cambio Dollares“ hören, aber bei einer größeren Menge an Geld ist jedem davon abzuraten, diese Leute in Anspruch zunehmen. Peter gab mir eine geeignete  Adresse, dort konnte ich ohne Probleme einegrößere Summe umtauschen.



Kopievon Wikipedia:

Buenos Aires (frühere Schreibweise BuenosAyres; offiziell Ciudad Autónoma de Buenos Aires/Autonome StadtBuenos Aires) ist die Hauptstadt und Primatstadt, also das politische, kulturelle,kommerzielle und industrielle Zentrum Argentiniens. Ihre Gründer benannten sie nachder Heiligen SantaMaría del BuenAyre (spanisch für Heilige Maria der Guten Luft).[1] Die „guten Lüfte“ beziehen sich aufdie Lage der Stadt, unmittelbar jenseits der südlichen Grenze desVerbreitungsgebiets der Malaria. Damals glaubte man, die Krankheitwerde von der Luft verursacht (mal aria „schlechte Luft“).[2]

Dieoffiziell nur 202 Quadratkilometer große Stadt bildet den Kern einer dergrößten Metropolregionen Südamerikas, dem Gran Buenos Aires mit etwa 13 MillionenEinwohnern. Sie streckt sich heute rund 68 Kilometer von Nordwest nach Südostund etwa 33 Kilometer von der Küste nach Südwesten aus. Sie wird oft als„Wasserkopf“ Argentiniens bezeichnet, da sich hier fast alle wichtigenInstitutionen des Landes befinden und in der Stadt und vor allem in derUmgebung etwa ein Drittel aller Argentinier wohnt. Zudem ist sie als einzigeStadt Argentiniens als „Capital Federal“ autonom, also nicht an eine bestimmte Provinz gebunden. Sie ist ein wichtiges kulturelles Zentrumund wurde 2005 durch die Unesco mit dem Titel Stadt des Designsausgezeichnet.[3]

 

Die kommenden Tage Donnerstag und Freitag, den 28./29.November war ich damit beschäftigt mich bei der Schifffahrtslinie Grimaldi zu melden, mein „bill of loading“ bei dem Agenten Martin Sch.... vonder Fa. Plate abzugeben, der dann die Papiere für die Auslieferung desWohnmobil´s  im Hafen von  Zarate vorbereitet. Zuerst hieß es, dass dasSchiff „Grande Cameroon“ am 3.Dezember ankommt, aus dem 3. Dezember wurde der 5. Dezember und wenn alles klappt, dann wird die Übergabe nun am  Mittwoch, den 11.Dezember erfolgen.

Am Samstag, den 30.November hatte ich in einemtraditionellen Borges centro culturalTheater Tickets für eine Tangoshow gekauft. Zwei Stunden hat diese Show gedauert, die von 16 Artistas vorgeführt wurden, es ist immer wieder wunderbar diesen leidenschaftlichen Tanz anzusehen, der nicht umsonst zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Wenn sich die nächste Gelegenheit bietet werde ich mir sofort wieder Tickets für solch eine Vorführung besorgen, vielleicht schon in Mar dePlata, dort tanzen die Leute auf den öffentlichen Plätzen um die Wette.

Was noch zu berichten ist ein schöner Tagesausflug  in das Rio de la Plata Delta mit einem kleinem Ausflugboot von der STURLA LINE am Samstag, den 7.Dezember. Die Fahrt begann am Yachthafen Buenos Aires, der auch nicht weit von dem Hotel entfernt lag, führte uns an den ganzen Containerterminals vorbei Richtung Norden durch den Rio de Antonio, Rio Sarmiento, Rio Tigre in die Stadt Tigre die nicht weit von Zarate entfernt ist. Insgesamt dauerte diese Fahrt durch die Flußlandschaften an der die Reichen von Buenos Aires ihre Wochenendhäuser bzw,. Grundstücke haben ca. 2 Stunden. In Tigre angekommen erhält man in einem guten italienischen Restaurantein ein hervorragendes Mittagesse inkl. Getränken. In dem  Gesamtpreis von 400 Pesos (rund 50€/Person)war noch eine 1 stündige Busrundfahrt durch Tigres enthalten, bevor es um 16:00Uhr wieder zurück nach BA ging. Ein lohnender Ausflug den ich nur empfehlen kann. An der gleichen Anlegestelle wird mit der MS. v. Humboldt eineHafenrundfahrt für fast den doppelten Preis angeboten, was meiner Meinung nach eine richtige Abzocke ist.

Da ich in den letzten 10 Tagen genug Zeit hatte, habe ich mir Zarate, das ca. 90 km nördlich von BA liegt, mit dem von mir gemieteten Mietwagen genauer angesehen. Eigentlich eine reine Hafenstadt von der 1000de von Autos verschifft werden, sonst gibt es wirklich nicht viel anzusehen. Das ARX Hotel in Zarate hatte ich auch schon gebucht, mußte es aber aufgrund der Schiffsverspätung von ursprünglich den 5.Dezember auf den Montag, den 9.Dezemberumbuchen.  

 

Kopieaus Wikipedia:

Zárate ist eine Stadt im östlichen Argentinien, in der nördlichen Provinz BuenosAires. Die Stadtliegt am RíoParaná und hat101.271 Einwohner (Stand 2001, INDEC).Zárate bildet eine Agglomeration mit der sechsKilometer südlich gelegenen Nachbarstadt Campana, die Städte sind über einengemeinsamen Industriepark verbunden. Zusammen haben beide Städte 164.524Einwohner.Zárate ist vor allem ein Sitz der Schwerindustrie, wird aber wegenseiner Lage am Fluss auch von Touristen, vor allem aus Buenos Aires, besucht. Auch der Handel istwichtig, denn hier befindet sich die südlichste Brücke über den Río Paraná, derComplejo Zárate-Brazo Largo, der gleichzeitig die kürzeste Verbindungzwischen Buenos Aires und Montevideo in Uruguay ist. Einige Kilometernördlich von Zárate befindet sich das KernkraftwerkAtucha, das größteAtomkraftwerk Argentiniens.

 

Am Montag, den 09.Dezember, 16:00 Uhr fuhr brachte mich der Bus von BA nach Zarate für läppische 33 Pesos (4€), danach vom Busterminal mit dem Taxi zum ARX Hotel auch 30 Pesos!! Abends noch ein kleines 300 Gramm Steak mit Salat verspeist und 2 Bier getrunken, danach hat man die nötige Bettschwere um sofort einzuschlafen und davon zu träumen,  bald wieder im eigenen Bett zu schlafen.  Ein Satz mit X, war wohl nix, Martin vonGrimaldi in BA meldete sich telefonisch noch am selben Tag um mir mit 1000 Entschuldigungen mitzuteilen, dass es doch erst Mittwoch möglich ist dasFahrzeug aus dem Zoll zu bekommen, aufregen nützt nichts also abends nocheinmal ein dickes Steak (Lomo das Filet) als Entschädigung. (;-))

Noch am selben Abend lernte ich eine franz. Familie (Helene,Pascal mit ihren beiden Kleinkindern 2+4 Jahre alt) kennen, die auch auf ihr WoMo warteten. Da Helene sehr gut Spanisch sprach, sind wir dann am nächstenMorgen um 9:00 Uhr gemeinsam mit dem Taxi zum Hafengate gefahren.  Natalia die für die gesamte Zollabwicklung verantwortlich ist empfing uns auf dem Hafengelände und meinte, dass es ca. 3 Stunden dauern würde bis alles erledigt ist. Ein Schweizer Ehepaar Kurt und Elisabeth gesellte sich auch noch zu uns und so warteten und warteten und warteten wir bis um 16:00 Uhr Natalia wieder auftauchte uns mitteilte dass es nun nur noch wenige Augenblicke dauern würde. Nach einer weiteren Stunde wurden die jeweiligen Fahrer von den Fahrzeugen abgeholt und in ein anderes Hafengebäude gebracht, aber was für eine Überraschung auf dem Weg dorthin habe ich schon mein Phoenixmobil entdeckt, sah von Weitem alles o.k. aus. Nach wenigen Minuten wurden uns die Fahrzeuge dann übergeben, die erste Sichtkontrolle ergab, alleso.k., an allen Fahrzeugen kein Einbruch, keine äußeren Schäden .  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schweizer hatten allerdings das  

 

ultimative Monsterfahrzeug, einen UNICAT Mercedes, 14 Tonnen schwer,allradgetrieben zum Stückpreis von ca. 600.000 € !!! Die Franzosen ein altes Laika-Wohnmobil mit einem Ford Fahrgestell das bereits 19 Jahre auf dem Buckel hat. Vermutlich  haben die mehr Spass auf der Reise, als wir mit unseren Luxuswohnmobilen.  Bei der Übergabe stellte ich noch fest, dass mein vorderer linker Reifen so gut wie keine Luft mehr hatte, bis zur nächsten Luftversorgung waren es aber noch einige km, die ich so nicht fahren wollte, bequem wie ich nun mal bin, wollte ich auch nicht sofort das ganze Rad  wechseln, also was tun??  Zufällig kam mir gerade ein Argentinischer Lastwagenfahrer entgegen, den ich mit viel Gestik klarmachen konnte, dass ich dringend Luft für den vorderen Reifen benötige, der winkte mich kurzerhand  zu seinem Lastwagen, holte einen Luftschlauch aus der Werkzeugkiste, schloss diesen an seiner Druckluftanlage an und pumpte mir den Reifen in null Komma nix auf 5,5 bar auf. Für die spontane Hilfe gab ich ihm  50 Pesos und wir beide strahlten über das ganze Gesicht.

 

Eine Episode muß ich noch erzählen, mit meiner Visacard besorgte ich mir am Vortag aus einem Bankautomaten Bargeld,  Geld und die Quittung nahm ich in Empfang aber meine Kreditkarte hatte ich vergessen mitzunehmen. Schlenderte danach gemütlich mit meinen Peseten in der Tasche die Einkaufsstraße zum Hotel zurück,da kam mir ein Argentinier wedelnd mit der Visacard in der Hand hinterhergerannt und fragte mich ob das meine Karte sei, zuerst dachte ich trau meinen Augen und Ohren nicht, es war tatsächlich meine Karte, ich kann Euch sagen ich hätte mir fast vor Freude in die Hose gemacht. Wo gibt es so etwas noch auf der Welt?? Habe  mich natürlich herzlich dafür bedankt, ein Geschenk wollte er aber auf keinen Fall annehmen.In den vielen Jahren die ich nun schon reise, ist mir dies zum ersten Mal passiert, manchmal denke ich, ist dass der erste Schritt zur Demenzerkrankung?? Wieder einmal Glück gehabt!!!

Mit dem franz. Pärchen hatte ich mich zuvor verständigt,dass wir die erste Strecke gemeinsam fahren, von Seabridge hatte ich die Koordinaten für den ersten Camping Stellplatz in San Antonio de Areco erhalten, dort soll es auch die Möglichkeit geben LPG Gas nachzutanken. Das mit dem Gas ist hier ein kleines Problem, mankann zwar überall GNC Gas tanken,das ist jedoch nicht das LPG Gas daswir in Europa  für unsere Autos bzw. in Gasflaschen zum Kochen und Heizen benutzen.

GNC ist Erdgas das mit ca. 200 bar in die Autotankanlage gepresst wird,  LPG dasin Argentinien nur als GLP Gas (Buthan/Propan) bekannt ist, wird nur mit max. 30 bar in die Tanks bzw. Flaschen gedrückt, diese Gasfüllstationen zu finden ist hier aber äußerst schwierig.  Würde ich z.B. GNC statt GLP tanken, würden mir die Tanks vom Wohnmobilum die Ohren fliegen, gottseidank geht dies aufgrund der unterschiedlichen Anschlüsse schon nicht. Den entsprechenden Adapter für Südamerika hatte ich mir schon in Deutschland besorgt, am Donnerstagmorgen wurden alle Flaschen von einem Gaslastwagen aus gefüllt, nur unsere Kühlschränke sind noch leer.  Also ab in den nächsten  Supermecador  zwei Einkaufswagen werden vollgepackt  mit Getränken, frischen Lebensmitteln, Eiern,Schinken  und nicht zu vergessen den heißgeliebten Camenber. Alles ist erledigt, das Abenteuer Südamerika kann nun endlichbeginnen.

 

 

Heute ist Freitag, der 13.Dezember wir wollen heute noch die 350 km entfernte Stadt Azul erreichen, doch der Tag beginnt für mich auf dem Campingplatz von San Antonoio de Areco mit einem Desaster,  nach dem füllen der Wassertanks wollte ich aus der engen Einfahrt des Campingplatzes herausfahren und ramme mir mit einem festverankerten Eisenbahnmuseumsstück ein Loch in die linke Seitenwand. Schei…,man sollte einfach am Freitag, den 13. sich nicht vom Platz bewegen.  Die 350 km nach Azul führt uns über schnurgerade mit Weidezaun begrenzte Landstraßen, die relativ gut zu befahren sind.   Auf den  mit Monokulturen bestückten saftigen Feldern weiden zum Teil riesige Rinderherden,  es sind nicht hunderte, es sind tausende von diesen Rindviechern, die nur dafür da sind um irgendwann einmal geschlachtet zu werden, damit wir billige Argentinisches Rindersteaks essen können.  Das KiloFilet (Lomo) kostet hier umgerechnet ca. 5 € im Laden!!

Auf dem Campingplatz von Azul angekommen zieht eine ½Std. später ein Unwetter auf, schnell alle Campingstühle  wieder einräumen und ab ins WoMo. Kurze Zeit später erhalte ich von Helene (der franz. Familie) einen Anruf, dass sie nicht weiterfahren können, da eines der oberen Fenster im Sturm kaputt gegangen ist,nun stehen sie unter einem Dach an irgendeiner Tankstelle kurz vor Azur und werden erst morgenfrüh hier eintreffen. Also nicht nur mich hat es am Freitagden 13. erwischt, anderen hatten dieser Tag auch nichts Gutes gebracht, was für mich aber kein Trost sein kann. Alles nicht so schlimm, die Schäden werden repariert, Hauptsache wir sind gesund!

Soviel für heute, nun wünsche ich allen Freunden und Bekannten

fröhliche Weihnachten

und ein glückliches Neues Jahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ob der noch fährt??

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

2.   Bericht  13.-30.Dezember 2013

 

Heute einen Tag vor Silvester stehe wir mit all den anderen Weltreisenden am Ende der Welt in Ushuaia, noch ca. 20 km südlicher von hier im Tierra del Fuego Nationalpark in Lapataia sind wir am südlichsten Punkt auf dieser Erde, der mit einem Wohnmobil erreichbar ist, gut angekommen. Die Natinal Road No. 3 ist hier nach 3.079 km von Buenos Aires entfernt zu Ende.

 

 

 

Fast 6 Tage waren wir auf der Halbinsel Peninsulas Valdes in dem kleinen Ort Peuerto Piramides. Gleich am Ankunftstag habe ich mich im Sand festgefahren, bei dem Versuch das WoMo wieder flott zu bekommen, hat die Kupplungssteuerung für das Getriebe seinen Geist aufgeben. Das Teil habe ich gleich in Deutschland bestellt, nach 3 Tagen sollte es da sein. Am  2.Tag nach der Bestellung ist es in BuenosAires angekommen, dort liegt es nun schon seit Tagen im Zoll, der es aber nicht frei gibt. Peter ein Bekannter der in Buenos Aires lebt, habe ich alle Vollmachten gegeben, nun versucht er alles um die Freigabe zu erwirken, wie er meint kann es noch Wochen dauern, schau´n wir mal !! Die gute Nachricht ist, nachdem ich das defekte Teil auseinander genommen hatte und am nächsten Tag wieder eingebaut habe, kann ich wieder fahren, welch eine Freude. Mit Gabi und Heriberth ein Backpackerpaar (Rucksacktouristen) aus Nürnberg besuchten wir das rund 100 km entfernte Cap de Norte, den nördlichsten Punkt auf Peninsula Valdes, dort sind einige Seeelefanten, Seelöwenkolonien und wenn man Glück hat, kann man dort Orcas beobachten die junge Seelöwen jagen, diesesSchauspiel zu sehen war uns leider nicht vergönnt.  

Die Fahrt hierher führte uns durch die endlose Pampa, die Straßen sind gut befahrbar, aber eingezäunt durch 100 derte von km  Weidezäunen, versehen mit ein paar Notbuchten. So weit das Auge reicht nur Pampagras, ab und zu eine Ansammlungvon Guanakos (die kleinere Variante der Lama´s) und ein paar Nandus, eine kleine Straußenart. Von Zeit zu Zeit kreuzte ein Gürteltier die Straße, dass es sich die kleinen Füßchen auf dem 40°C heißen Asphalt nicht verbrannte, wunderte mich sehr. Fast durchgehend hatten wir tagsüber immer Temperaturen um die30-37°C, erst kurz vor der Magellanstraße ca. 2500 km von BA entfernt, wurde es merklich kühler. Die Weiten dieses Landes muß man erfahren um sie zu begreifen,bewundert habe ich den einen oder anderen Mountainbiker, der gegen den immer wehenden West- bzw, Südwestwind - der hier ständig mit ca. 60-70 km/Std. weht - gegen an strampelten, was muß in so einem Kopf von einem Biker vorgehen, wenn man in 10-15 km Entfernung am Horizont das Ende der schnurgerade Straße sieht, diesen Punkt erreicht und dann wieder nur den nächsten Horizont im Auge hat und das über 2000 km?? Ich kann nur sagen Hut ab vor diesen Extremsportlern!!

 

 

Kurz nach Peninsula Valdes war noch ein Stopp in Punta Tombo angesagt, dort brüten über 1 Millionen Magellan-Pinguine, es ist schon lustig wie sich die kleinen Gesellen fortbewegen, ein Pinguinpaar bleibt einLeben lang zusammen und es ist putzig mit anzusehen, wie sie sich gegenseitig liebevoll umhegen.

70 km nach Rio Gallegos (eine reine Industriestadt dievon dem Erdöl- und Erdgasboom lebt) erreichten wir die Grenze zwischen Argentinien und Chile, die wir in kürzester Zeit passieren konnten. Um nach Feuerland zu kommen muß man ca. 200 km durch chilenisches Gebiet fahren. Alle frischen Lebensmittel, besonders Fleisch, Käse und Obst werden einem an der Grenze weggenommen, um nicht alles zu verlieren hatte ich einiges unter meinem Bett versteckt, nach der Grenzpassage kam alles wieder in den Kühlschrank!  

 

 

Bei der Ankunft an der Magellanstraße bläßt uns einstarker, kühler Wind entgegen, die See ist sehr etwas aufgewühlt, die großenFähren fahren im ½ Std. Takt. Nach einer kurzen Wartezeit konnten auch wir auf einer diesen Fähren und ab ging es in Richtung Tierra del Fuego (Feuerland), für das Wohnmobil bezahlte ich 380Pesos (ca. 42 €). Die Überfahrt war sehr stürmisch, neben mir stand ein Lastwagen beladen mit Bohrgestänge der erheblich ins schwanken kam, ich dachte hoffentlich knallt der nicht irgendwann einmal gegen mein WoMO. Alles ging gut,nach 30 Minuten konnten wir die Fähre wieder verlassen und unsere Fahrt auf einer äußerst schlechten Sandstraße fortsetzen. Es handelte sich um sogenannte Wellblechpisten, die das WoMo ordentlich durchrüttelten. Eigentlich wollte ich noch vor der Grenze tanken, da der Sprit in Chile sehr teuer (ca.1,80 €/Liter)ist, aber weit und breit keine Tankstelle zu sehen, also mußte ich mit dem wenigen Sprit auskommen den ich noch hatte, aber bei den Straßenverhältnissen konnte man langsam mit 30 km/Std. oder mit 70 km /Std. über die Piste brettern, bei dieser Geschwindigkeit spürt man die Wellblechpisten nicht so sehr, ist aber für das WoMo nicht gerade materialschonend, aber dafür spritsparend, die Reservelampevom Tank leuchtet schon seit einigen km aber keine Tankstelle weit und breit.  So gut war die Entscheidung etwas scheller zufahren doch nicht, an der Grenze zu Argentinien angekommen, hing das WoMo hinten links bverdächtig tief nach unten, der Luftfederbalg war ohne Luft. Also gleich nach der Grenzabfertigung in San Sebastian, es war zwischenzeitlich schon 20:00 Uhr, Werkzeug raus, beide Zwillingsreifen abgebaut um an das Steuerventil von derLuftfederung zu gelangen, das gleiche Problem hatte ich schon auf der Fahrt nach Singapur im letzten Jahr, die Befestigung war so verbogen, dass die Federung nicht mehr richtig arbeiten konnte. Alles wurde wieder gerichtet, beide Räder wieder festgeschraubt und der Schaden war behoben! Am nächsten Morgen am 26. Dezember konnten wir die Fahrt in Richtung Süden fortsetzen, passierten das Städtchen Tolhuin, am Lago Fagnano, ab hier änderte sich die Landschaft völlig, man konnte schon die schneebedeckten Berge in der Ferne sehen, links und rechts der Straße überall die vom Wind verkrüppelten Bäume mit ihren langen Bärten, grüne Wiesen mit vielen weidenden Schafen. Ich bin einfach nur begeistert von der schönen Landschaft, wir erreichen am Freitag, den 27. Dezember um 14:30 Uhr unsersüdlichstes Ziel Ushuaia.

 

Auzug aus Wikipedia:

Ushuaia [uˈswaʝa] ist die südlichste Stadt Argentiniens und liegt am Beagle-Kanal. Das Wort„Ushuaia“ kommt aus der Sprache der Ureinwohner Yámana und bedeutetsoviel wie „Bucht, die nach Osten blickt“.

Ushuaiakonkurriert mit dem zu Chile gehörenden PuertoWilliams auf der Insel Navarino um den Titel, südlichste Stadt der Welt zu sein. DerOrt Puerto Williams liegt zwar südlicher, ist aber nach chilenischem Rechtkeine Stadt (ciudad), sondern ein Dorf (pueblo).[1] Ushuaia liegtmit 54° 48' südlicher Breite weiter vom Südpol entfernt alsetwa Moskau mit 55°

Einwohnerzahl: ca. 70.000

 

Gestern,am Sonntag, den 29.Dezember haben wir den Nationalpark Tierra del Fuego besucht, es waren die letzten 20 km auf der Nationalstraße 3 die befahrbar sind, die Routa3 endet hier, 3.079 km vonBuenos Aires entfernt. Das 1. Ziel ist erreicht, weiter südlich kann man mit einem Auto nicht fahren, da wird man vor Freude schon mal etwas leichtsinnig!!

Bei demVersuch einen kleinen Bach zu überqueren, bin ich von einem glitschigen Stein abgerutscht, in den Bach gefallen und habe mir dabei gleichzeitig den Arm ausgekugelt. Bin mit dem lädierten  Arm die 20 km zurück nach Ushiaia zueinem privaten Krankenhaus gefahren, die mir dann unter Vollnarkose den Arm  wieder eingerenkt haben. Der Spaß hat insgesamt 1.500 US$ gekostet. Nun habe ich für 15-20 Tage den Arm in der Schlinge, kann aber trotzdem am 2.Januar Ushuaia in Richtung Punta Arenas verlassen. Zum Fahren reicht mir der rechte Arm, der linke kann sich dabei in der Armschlinge erholen!  Also macht Euch keine Sorgen, alles paletti!! Soviel zu den Neuigkeiten hier!!

 

Morgenan Silvester lassen wir uns einen King Crab servieren (Königskrabbe bis zu 3kg schwer und wenn man sie an den Füssen hält, bis zu 1 Meter Spannweite). Spät abends besuchen wir dann noch Freunde auf dem Campingplatz und werden mit Ihnen um Mitternacht anstoßen, vielleicht gibt’s noch als Schmankerl ein gutesSilvesterfeuerwerk.

Euch allen wünsche ich nun einen guten Rutsch, kommt alle gesund ins Neue Jahr.

3.   Bericht  1. - 15. Januar 2014

 

Den Jahreswechsel 2013/14 haben wir mit vielen Gleichgesinnten auf dem Campingplatz in Ushuaia mit einer Menge Glühwein zelebriert, um am Neujahrstag 2014 wieder in Richtung Norden aufzubrechen. Allerdings ließ ich es mir nicht nehmen, noch einmal in den Yachthafen zu laufen,vielleicht ist ja doch der eine oder andere Segler den ich von den eigenen Segelreisen her kenne im Hafen. Bekannte habe ich zwar nicht angetroffen, dafür aber 

 

die „Mona Liesa“ ein Aerorig getakeltes Boot, das gleichzeitig mit der „La Rossa“ in der Werft von Trintella in Hertogenbosch in Holland gebaut wurde. „Mona Liesa“ ist vor einigen Jahren von dem amerikanischen Eigner an einen Australier verkauft worden, befördert nun 7-8 Gastsegler oder Nichtsegler auf einer  3 Wochentour, für den stolzen Preis von 4.000US$ um Kap Horn als auch in die Antarktis. Der schöne Name „Mona Liesa“ wurde geändert,heute segelt es unter den Namen „Icebird“ durch die kalten Regionen vonPatagonien.  

 

Wir fahren die Nationalstrasse 3 zurück, erreichen noch am Neujahrsabend die zweitgrößte Stadt auf Feuerland Rio Grande, unterbrochen von einem Zwischenstopp in dem Städtchen Tolhuin am Lago Fagnano. Am nächstenTag wollen wir wieder über die Magallanstrasse, es gibt zwei Fähren, die eine Möglichkeit ist von dem Grenzort San Sebastian bis nach Porvenir (150 kmschlechte Schotterpiste) zu fahren, dort geht 1 x täglich eine Fähre nach Punta Arenas, oder so wie wir gekommen sind, über Puerto Espora, dort fährt die Fähreim ½ Stundentakt. Dem war aber nicht so, bei Starkwind mit über 80 km/Std. stellt die Fähre ihren Betrieb ein und so standen wir über 4 Stunden und erreichten erst spät in der Nacht die andere Seite der Magallan Strasse. Da ichgrundsätzlich Nachts in diesen Gegenden mit dem Auto unterwegs sein möchte, haben wir in einem GEOpark (einem Arbeitercamp für geologische Untersuchungen) angehalten und gefragt ob wir hier übernachten können, der Boss wurde gefragt,nach wenigen Minuten erhielten wir die Antwort si, si, prima, wir mußten uns keinen neuen Stellplatz mehr suchen. Am nächsten Tag erreichten wir Punta Arenas in Chile, in der man unbedingt, als eine der wenigen Sehenswürdigkeiten,den Friedhof besuchen muß.


Unter dem Kreuz „Deutsche Krankenkasse“ sind einigeDeutsche hier um die Jahrhundertwende beerdigt worden, auch ein Gottlieb Hausergeb. 1884 gestorben 1944 ist dort beerdigt, was vielleicht für Renate und Rudi Hauser von Interesse sein könnte.  

Übernachtet haben wir in völliger Einsamkeit auf einem nicht mehr bewirtschafteten Campingplatz 17 km außerhalb von PuntaArenas, Richtung Flughafen. Es gibt in dem Städtchen auch eine Freihandelszone,in der man sehr günstig einkaufen kann, da all die Waren steuerfrei sind. Fährtman von Punta Arenas aus ca. 60 km in südlich Richtung kommt man in das Städtchen San Juan, dies soll der südlichste Festlandpunkt von Südamerika sein,die Fahrt dorthin habe ich mir aber erspart, da wir uns den Nationalpark „Torres del Paine“ als nächstes Zielausgesucht hatten. Treffpunkt aller derjenigen die in diesem Nationalparkwandern wollen ist die kleine Stadt Puerto Natales, von hier aus beginnen all die Backpacker ihre Touren.  Wir sind noch ca. 80 km in den Nationalpark zum Lago Grey gefahren um dort zum Glacier Grey zu wandern. Leider war dasWetter so schlecht, dass wir uns entschieden eine 3 stündige Tour mit einem Boot zu buchen. Auf der Hinfahrt zum Gletscher herrschte Sturm, durchmischt mit Regen, ca 40 Leute hatten auf dem kleinen Boot platz, dachte schon die würden sich bei diesem Wetter alle Übergeben, aber alle haben ohne Probleme durchgehalten. Belohnt wurden wir bei der Ankunft am Gletscher mit etwas Sonne und dem wunderbaren Anblick der Gletschersteilwand, die ca. 30-40 m hoch in den Himmel ragte. Immer wieder das Knacken und Bersten des Eises, ab und an brach ein größeres Stück vom Gletschereis ab um mit Getöse in den See zu stürzen. Erst nach einigen Sekunden tauchte der kleine abgebrochene Eisberg dann aus derTiefe wieder auf. Das faszinierende ist, dass an der Abbruchstelle das Eis eine unnatürlich gletscherblaue Farbe hat. Einige Eisstücke wurden von der Mannschaft eingesammelt und es gab „Pisco sauer“ mit Gletschereis, lecker!!

Am 7.Januar haben wir den Lago Grey wieder in Richtung Puerto Natales verlassen, auf der Fahrt zurück hörte ich schon, dass der Motor sich anders anhörte als sonst, bergauf fehlte ihm einfach Kraft, vermutlich bekommt der Turbolader zu wenig Luft, was sich später bewahrheitete. Hierzu muß ich Euch noch eine Gegebenheit berichten, damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie stark der Wind hier bläst, beim öffnen der Fahrertür bekam ich solch eine Windböe von hinten ab, dass mich diese aus dem Auto riss, da ich an derTür festgehalten habe und ich mich auf der Piste wiederfand. Zusätzlich hat mir der Wind die Brille von der Nase gerissen, die ich ca. 50 m weiter wieder einsammeln konnte. Zum Glück bin ich nicht wieder auf die vor 8 Tagen ausgekugelte und wieder eingerenkte Schulter gefallen. Trage den Arm zwar immer noch in der Schlinge, die Blutergüsse haben zwischenzeitlich die Farbe gewechselt, aber es wird von Tag zu Tag besser.

Da ich den Fehler am Turbolader nicht finden konnte,mußte ich die 250 km zurück nach Punta Arenas fahren, in der Hoffnung dort eine IVECO Werkstatt zu finden, leider ohne Erfolg. Ein Einheimischer gab mir denTipp, dort die Mercedeswerkstatt „Kaufmann“ aufzusuchen, der Geschäftsführer Carlos Cruz S. spricht perfekt deutsch und hat mir auch gleich zugesagt zuhelfen. Zwei halbe Tage verbrachten wir in der Werkstatt bis der Fehler gefunden wurde, Rodrigo Zamorano ein Ingenieur aus San Diago de Chile hat sich der Sache angenommen, bis er den Fehler gefunden hatte. Ein Riss im großen Schlauch der Luftzufuhr vom Turbolader war die Ursache für den starken Leistungsabfall am Motor.  Nochmals meinen herzlichen Dank an Carlos und seine Leute, die sich sehr um uns gekümmert haben. Leider habe ich vergessen ein Foto von allen zu machen um es diesem Bericht beizufügen.

Die 250 km mußten wir dann wieder zurück in Richtung Puerto Natales, kurz davor geht es dann rechts ab zum Grenzübergang  „Dorotea“,von Chile geht´s dann wieder nach Argentinien. Von anderen hatten wir erfahren, dass die Grenzer es dort mit der Lebensmittelkontrolle nicht so genau nehmen und so war es auch. An anderen Grenzübergängen hatten wir vorher immer alles Fleisch, den Käse, aber vor allem Obst und Gemüse aus dem Kühlschrank entfernt und unter meiner Bettdecke versteckt, ansonsten hätten die uns alles weggenommen. Wer möchte schon die schönen argentinischen Steaks und das frischeObst weggeben?

Am Samstag, den 11. Januar, führte uns der Weg nach El Calafate, den Ausgangspunkt zum Nationalpark „Los Glaciares“, dort kann man aus allernächster Nähe der Gletscher „Perito Moreno“ beobachten. Der Eintritt in den Nationalpark kostet130 ASP (ca. 20 €/Person), man fährt die 30 km bis zum Gletscher am LagoArgentino und wandert dann auf gut angelegten Wegen bis zum Gletscher, der am Ende des Weges vielleicht noch 100 m entfernt ist. Es ist schon seh rbeeindruckend, wenn mit großem Getöse, 20 m hohe Stücke vom Gletscher abbrechen und in den See stürzen. Bei jedem Abbruch kommt immer wieder das extreme blaueFarbe des Gletschereises zum Vorschein, man kann hier stundenlang verweilen,aber leider muß man bis Abends um 21:00 Uhr den Park wieder verlassen, es ist nicht erlaubt mit dem Wohnwagen im Park zu übernachten. In El Calafate erleben wir noch am Abend eine Tangoshow  auf der Straße, eine Gruppe aus verschiedenen Paaren hat uns dort mit Ihren Tangovorführungen verzaubert. Ach, wäre ich einige Jahre jünger, würde ich gerne heute noch den argentinischen Tango erlernen, es ist einer der ausdruckstärksten Tänze die ich kenne. Die jungen Damen bevorzugen hier übrigens die älteren Herren, die diesen Tanz gut beherrschen.

Vom Grenzübergang Dorotea in Chile, konnten wir die ca.350 km auf der noch  guten Nationalstraßen (N40) Richtung Mount Fiz Roy zügig durchfahren, aber es ist Vorsicht geboten, von den Berghängen fegen Windböen bis zu 120 km/Std., man hat auf der ganzen Strecke immer starken Gegenwind, der hier ständig mit 50-80 km/Std. bläst. Die vielen Biker die hier unterwegs sind tuen mir richtig Leid, kann mir vorstellen, dass es sehr frustrierend ist immer gegen den Wind zu strampeln. Hut ab, vor dieser Leistung, ich würde mir so etwas nicht antun, selbst bergab fahren die im kleinsten Gang!!

In dem Dorf „ElChalten“ endet die Strasse, von hier starten die Wanderer ihre Touren inden Nationalpark „Los Glaciares“ oder zum 3.405 m hohen Mount Fiz Roy, der höchste Berg in dieser Region. Wir wollten heute Montag, den 14.Januar eine Wanderung in den Nationalpark unternehmen, aber es regnet fast ununterbrochen, der Wind zerrt am Wohnmobil, so habe ich mich entschieden diesen kleinen Bericht zu schreiben. In der Hoffnung, dass dasWetter morgen besser ist, verabschiede ich mich für heute und wünsche Euchallen alles Gute.

 

4.   Bericht  15. - 31. Januar 2014

 

In dem Dorf „El Chalten“ Argentinien, Ausgangsort aller Wanderer zum 3400 m hohen Berg „FizRoy“  hat sich das Wetter soweit gebessert, dass auch wir bei Sonnenschein eine 5 stündige Wanderung zum 700 m hoch gelegenen Viewpoint „Fiz Roy“ machen konnten. Es ist schon ein gewaltiger Anblick, wenn man den höchsten Berg von Argentinien so nah vor sich sieht, der Aufstieg hat sich wirklich gelohnt!! Zur gleichen Zeit wurde mein Enkel Laurenz am 15. Januar geboren, nun bin ich Opa Manfredo und freue mich riesig !!!  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die anschließende „Routa 40“ Richtung Esquel, Natonalpark „Nationale Los Alerces und nach San Charlos de Bariloche war weniger prickelnd, zum Teil äußerst schlechte Pisten mit vielen Löchern, es blieb einem nichts anderes übrig als die Geschwindigkeit auf max. 20 km/Std. zureduzieren. Auf dem Campingplatz La Usina im Nationalpark Los Alerces fanden wir zwar einen traumhaften Standplatz am See, hatten aber Pech, da um 22:00 Uhr Ranger vorbeikamen und uns mitteilten, dass wir im Nationalpark nicht übernachten können, also machten wir uns auf zum 15 km entfernten offiziellen Campingplatz „La Rocas“ in dem Dörfchen Villa Futalaufquen.  

 

El Boson, ungefähr 120 km südlich von Bariloche, mit den dramatisch zerklüfteten Berggipfeln der Anden können Hippies jubeln: In dieser liberalen Künstlergemeinde leben Menschen mit alternativemLebensstil, die diesen Ort zur „nuklearfreien Zone“ und einer „Ökogemeinde“erklärt haben.  Seinen wirtschaftlichenWohlstand verdankt der ort seinem milden Klima und den fruchtbaren Böden, dereine Reihe von Biofarmen ernährt. Sie produzieren hier Hopfen, Käse,Beerenfrüchte wie Himbeeren und allerlei sonstiges Obst

Nach Bariloche haben wir die Routa 40 Richtung Chileverlassen, um über die Nationalstrasse 231 nach Osorno Chile zu kommen, noch auf der argentinischen Seite kommt mandurch den Ort Villa de Angustora ein echtes Juwel.  Der Name stammt von dem spanischen Wort angusta (eng) und bezieht sich auf die ca. 100 m breite Landenge, die die Stadt mit der herrlichen Peninsula Quetrihué verbindet. DieseGegend ist auch bei Skifahrern sehr beliebt, eine Menge Bernhardiner Hunde mit einem kleinen Fässchen um den Hals, laufen mit ihrem Herrchen herum, so wie man dies aus zum Teil noch aus der Schweiz kennt. Der Ort ist voller Touristen und Ausgangsort vieler Backpacker. Die Grenze war unproblematisch, allerdings mußten wir vorher alles Obst sowie unsere argentinischen Steaks im Bett verstecken, da es nicht erlaubt ist diese Sachen nach Chile einzuführen. Unser Ziel war die Stadt Valdivia die 1960 von einem großen Erdbeben zerstört wurde.Am nebligen Flußufer gelegen, erwartet Valdivia seine Gäste mit dem modernsten Stadtleben im Süden Chiles. Die Universitätsstadt vereint alte Architektur mit moderner Einstellung, hat eine coole Bar- und Restaurantszene und ist zur Heimat vieler Deutscher geworden. Wie es der Zufall will, sprach mich am Standplatz eine Fam. Henning aus Santiago de Chile an, die vor Jahren auch wie ich in Usingen in den Weingärten wohnten und deren Tochter heute in Wehrheim arbeitet. Sie gaben uns einige gute Tipps, wie die Bodega „Fruta de Vino“ mit dem gleich nebenan gelegenen Museum in St. Cruz.

Am Donnerstag, den 23. Januar  haben wir Valdivia Richtung Nationalpark Villarica verlassen um die Städtchen Conaripe und Pucon aufzusuchen.  

 

Am Fuße des Vulcan  Villarica (2847 m) fanden wir einen wunderschönen Stellplatz mit Blick auf den rauchenden Vulkan, nur Natur um uns herum, nach einigen Stunden kam ein Auto vorbei, ein Mann sprach uns auf Deutsch an, wo wir herkommen, wo wir hinwollen. Beide hatten etwas oberhalb von unserem Stellplatz ein Ferienhaus in das sie uns abends einluden. Erst später erfuhren wir, er ist Diplomat, verheiratet mit einer Chilenin, die Beide in Madagaskar in der Deutschen Botschaft in Antananarivo arbeiten und nun auf Urlaub in ihrem Ferienhaus sind. Es wurde ein schöner feuchtfröhlicher Abend, den wir nicht vergessen werden.  

 

Am nächsten Tag ging die Fahrt von Conaripe auf einer kleinen Pistenstrasse weiter Richtung Pucon, hier gerieten wir auf der Strecke  in ein internationales Mountenbikerennen, ich denke da haben uns einige von den Teilnehmern den einen oder anderen Fluch hinterher geschickt. Bergauf waren wir zwar schneller, aber bergab hörten wir ständig Schreie auf Spanisch, die bestimmt nicht sehr freundlich waren, ein Glück habe ich sie nicht verstanden. Im Nachhinein konnte ich jedoch nicht verstehen, dass uns die Streckenposten aufgefordert haben weiterzufahren und nicht angehalten haben, bis das Rennen vorbei ist.

Auf dem Weg nach Santiago de Chile machten wir 2 Tage Rast an den höchsten Wasserfällen „Salto del Laja“ von Chile, auch dort verweilten wir direkt oberhalb der Wasserfälle auf einem Campingplatz am Fluß.  

 

Wie hoch die Wasserfälle wirklich waren habe ich nicht erfahren, ich schätze ca. 50 m.

Vergebens suchten wir einen geeigneten Rastplatz in Santiago, so entschlossen wir uns noch am selben Tag nach Santa Cruz weiterzufahren, um der Empfehlung der Fam. Henning, die Bodega „Fruta de Vino“zu folgen.  

 

Was wir vorfanden war das 4 oder 5 Sterne Hotel „Santa Cruz“ in dessen Vorgarten wir uns erst einmal einen Pisco Sauer servieren ließen und den Leuten zusahen, wie sie sich im hoteleigenen Pool vergnügten. Das „Museo de Colchagua“ haben wir am nächsten Tag besucht, seine  faszinierende Sammlung ungewöhnlicher Fossilien, Mapuchu-Textilien, präkolumbischer Keramik, den ausgezeichneten Goldarbeiten und vieles mehr, hat uns sehr beeindruckt und der Besuch war wirklich lohnenswert. Abschließend kauften wir noch ein paar Flaschen Rotwein in der Bodega und setzten unseren Weg fort nach Los Andes. Ursprünglich war geplant die Thermen „El Corazon“ zu besuchen, ein mondänes Hotel, das einem Deutschen gehört, was uns trotz aller Bemühungen nicht erlaubt wurde, die Gäste zahlen schließlich nicht umsonst 250€ / Tag und wollen anscheinend nicht von Campern umlagert werden. Der Manager war so freundlich uns kurz unter den Thermen eine Adresse zu nennen, wo wir campen können.  

 

So landeten wir bei dem Italiener Gino Bibiano im „Casa e Campo“der uns freundlich für 10.000 CPS (12 €) aufnahm. 2 Tage standen wir auf dem staubigen Platz zwischen Pferden, Hühnern und zwei Hunden, und genossen die Ruhe um uns herum.  

 

Da ich vor hatte unbedingt ein Observatorium in Chile zubesuchen, machten wir den Umweg über LaSarena nach Vicuna um in denObservatorium Mammalluca. DieseSternwarte ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, dafür gab der uns zugeteilte Führer sich aber unendlich Mühe uns den Sternenhimmel zu erklären. Mond, Saturn und einige Sternennebel durften wir uns durch das Teleskop ansehen, die ganze Führung dauerte 3 Stunden (21.00 Uhr bis 24:00 Uhr) es war einfach einmalig.

 

 


Es ist Sonntag, der 2.Februar, heute wollen wir über den Paso Aqua Negro (4795 m), es ist eine von den schwierigen Passüberquerungen, zum Teil sehr steil und die meiste Strecke ist eine schmale Schotterpiste,landschaftlich einer der schönsten Strecken in den Anden. Es ist kaum zuglauben in welchen Farben die verschiedenen Gesteinsschichten in der Sonneleuchten, obwohl ich schon viel gereist bin, es war einer der schönsten Passstraßen die ich je gefahren bin. Einen kleinen Dämpfer gab es trotzdem, ab einer Höhe von 3.200 m ging mein Motor in den Notlauf (gelbe Lampe-Motor, plus EDC-Lampe) und hatte kaum noch Leistung. Den Rest der Strecke bin ich im 1.oder 2. Gang mit hoher Drehzahl gefahren, immer die Angst im Nacken, dass mir ein anderes großes Auto entgegen kommt, ich am steilen Berg anhalten muß und nicht wieder anfahren kann, was einmal passiert ist.  Nichts ging mehr, rückwärtsfahren bis eine flachere Stelle gefunden wurde, um dann mit viel Mühe wieder anzufahren. ZumGlück war wenig Verkehr, sodass wir niemanden behinderten und erreichten so nachStunden die 4795 m hohe Passhöhe.  Ein riesiger Stein viel mir vom Herzen, den Pass haben wir tatsächlich geschafft und wurden auf der Abfahrt mit bizarren Eisfeldern belohnt. Als wir die 3000 mHöhengrenze wieder unterschritten hatten, lief der Motor wieder normal und so erreichten wir spätabends die argentinische Grenzstation Guardia Vieja, wo wir an einer ruhigen Tankstelle übernachteten. Leider habe ich mir am nächsten Morgen an dieser Tankstelle mein Hekidachfenster kaputtgefahren, 5 lumpige cm haben in der Höhe gefehlt, zugeklebt mit Pappe und Panzerband ging die Fahrt weiter in Richtung Upsalata.  

 

Später in Mendoza konnte ich für teures Geld (fast 150 €) eine 8 mm starke Polycarbonatscheibe kaufen, noch am selben Tag wurde sie mit Sikaflex abgedichtet und wird hoffentlich für den Rest der Reise halten.

Ihr Lieben, ihr seht es ist auf solch einer Reise nie Langweilig, irgendetwas passiert immer, meistens im positiven Sinne, wie Erlebnisse mit Einheimischen oder Gleichgesinnten die auch mit dem Wohnmobil oder Zelt unterwegs sind. Auf alle Fälle bleibt es spannend, am 18. Februar werde ich wieder in Buenos Aires ankommen, dann liegen 13.000 ereignisreiche km hinter mir, wie es weiter geht werde ich im nächsten Reisebericht berichten.Habt bitte alle Verständnis, dass die Berichte so knapp gehalten sind, aber ich bin leider nicht der große Schreiberling, muß mich immer wieder motivieren, um  Ereignisse am Computer festzuhalten.

Nun seid alle herzlich aus der Ferne gegrüßt von Eurem Langzeitreisenden